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Chronik 1906 - 1946

 

 

Das erste Tambourcorps des Jünglingvereins Erwitte von 1906, stehend v.l.n.r. Heinrich Pankoke, (unbekannt), Anton Schäfermeier als Tambourmajor, Gottfried Pankoke, (unbekannt), liegend v.l.n.r. Heinrich Röbbeke, Franz Hundorf, als Trommler.

 
 


 

Nach alter mündlicher Überlieferung soll Heinrich Pankoke aus Erwitte um die Jahrhundertwende vor den damaligen Erwitter Schützenumzügen vorhermarschiert sein. Wie Anton Schäfermeier, erster Tambourmajor in der Erwitter Spielmannsgeschichte, zu Lebzeiten mitteilte, sind Heinrich Pankoke und der alte Kanstein, genannt Hucht, um die Jahrhundertwende vor den Erwitter Schützenumzügen und deren Musik hermarschiert.

 
 

Das erste Tambourkorps im Jünglingsverein

 

Im Jahre 1906 bestand in Erwitte schon 8 Jahre ein Jünglingsverein, die im Jahre 1898 gegründete "Marianische Jünglingssodalität". In diesem Verein waren alle jungen Männer aus Erwitte vertreten, und es wurde dort auf strenge "Manneszucht" geachtet. Um aber das gesellige Vereinsleben auch musikalisch zu begleiten, wurde auf der Generalversammlung im Jahre 1906 beschlossen, ein eigenes Tambourcorps zu gründen. Ausgebildet wurden die ersten Erwitter Trommler und Pfeifer durch den damaligen Landwirt, Wilhelm Stüer, der aktiv beim 8. Lothringischen Regiment Nr. 159 in Mühlheim/Ruhr von 1902 bsi 1904 als Trommler gedient hatte.

 
 

Das Tambourcorps des Jünglingsvereins im Jahre 1916, hinten v.l.n.r. Josef Wurm, Josef Henneböhl, Anton Bergkemper als Tambourmajor, Heinrich Luig, Franz Bonse, Franz Mintert. Vorne liegend Heinrich Mues und Franz Bergkemper.

Gespielt wurde auf allen Festen und Veranstaltungen des damaligen Jünglingvereins sowie bis etwa 1910 auch bei den Erwitter Schützenfesten. Im Verlauf des ersten Weltkrieges, wo das gesamte Vereinsleben zum Erliegen kam, zerfiel auch das Tambourcorps des Jünglingsvereins. Die überlebenden Spieler, wie Bilder und Protokolle beweisen, sind nach dem ersten Weltkrieg im Trommlercorps der freiwilligen Feuerwehr, Erwitte, zu finden.
 
 

Das Tambourkorps des Jünglingsvereins Erwitte im Jahre 1930, v.l.n.r. Heinrich Rasche, Willi Tacken, Heinrich Plümpe, Anton Schulte, Theo Tacken, Heinrich Grothaus, Heinrich Jütte, Hans Neugebauer, Josef Henke.

In Feuerwehruniform 1930 im 25. Jubiläumsjahr der Freiwilligen Feuerwehr, v.l.n.r. Tambourmajor Josef Mintert, Wilhelm Schulte, Josef Henneböhl, Josef Wrede, Franz Eickhoff, Franz Mintert, Franz Wurm, Heinrich Röbbecke, Anton Bergkemper, Heinrich Mues.

 
 

Das Trommlercorps der Freiwilligen Feuerwehr, Erwitte

 

Im Jahre 1905 wurde in Erwitte eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Innerhalb dieser Feuerwehr entstand im Jahre 1909 ein eigenes Tambourcorps. Das erste Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr weist aus dem Jahre 1909 aus:

 

"In der heutigen Versammlung ist beschlossen worden:

 

1. Josef Mintert ist als Oberhornist ernannt worden und ist im Range als stellvertretender Führer

 

2. So sollen bei Henkel (Uniformfirma) 6 Schwalbennester gekauft werden, usw.

 

Nach dem erste Weltkrieg ging man entschlossen an den Wiederaufbau des Vereinslebens. In der ersten Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr im Mai 1919 wurde Josef Mintert erneut als Oberhornist gewählt. Im Jahre 1930 bildete sich im Jünglingsverein erneut ein Tambourcorps.

Aktive Spielleute der Freiw. Feuerwehr bildeten den jungen Nachwuchs aus. Dann kamen die Verbote der Nazional-Sozialistischen Behörden für alle katholischen Vereine, die Instrumente wurden sogar für einige Zeit beschlagnahmt und die kleine Gemeinschaft somit zerschlagen. Bis zum zweiten Weltkrieg bestand dann nur noch das Tambourcorps der Freiw. Feuerwehr in Erwitte, das zu allen Schützenfesten und freudigen Anlässen spielte.

Die Aufnahme entstand am 25. Mai 1930 anläßlich des 25. jährigen Feuerwehrjubiläums und zeigt das Tambourkorps der Freiwilligen Feuerwehr beim Aufmarsch auf den Marktplatz. Am linken Bildrand ist ein Steigerturm zu sehen, der eigens für Schauwettkämpfe aufgebaut worden war.